Einführung

Im Jahr 1991 beauftragte der Gesundheitsforschungsrat eine Arbeitsgruppe mit Prof. Harald zur Hausen, Heidelberg, Prof. Florian Holsboer, München und Prof. Hans-Konrad Selbmann, Tübingen, die mit Bundesmitteln institutionell geförderte nichtuniversitäre Gesundheitsforschung zu erfassen. Ziele waren die Schaffung einer Grundlage für die staatliche Förderung der Gesundheitsforschung, die Charakterisierung der beteiligten Einrichtungen und die Erstellung einer Forschungslandkarte, welche in übersichtlicher Form Einblick in bestehende Aktivitäten gibt. In der Folge hiervon waren zwei gedruckte Auflagen dieser Landkarte erschienen. Die vorliegende „Landkarte nichtuniversitäre Gesundheitsforschung“ führt diese Reihe seit 2017 in elektronischer Version fort. Sie wurde in enger Abstimmung mit der „Landkarte Hochschulmedizin“ erstellt, die als Pendant die universitäre Gesundheitsforschung beleuchtet. Die beiden Landkarten sollen in Zukunft regelmäßig zeitgleich aktualisiert werden

Die vorliegende Forschungslandkarte umfasst Einrichtungen aus vier Forschungsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft) sowie Ressortforschungseinrichtungen des Bundes und entsprechende Ländereinrichtungen. Damit erfasst die Landkarte ein breites Spektrum der sehr heterogenen Gruppe nichtuniversitärer Gesundheitsforschungseinrichtungen in Deutschland. Die erfassten Parameter wurden eng mit der Landkarte Hochschulmedizin abgestimmt, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Nicht alle Kenngrößen sind über die verschiedenen Gruppierungen hinweg voll aussagekräftig oder vergleichbar. Insbesondere weist die Ressortforschung mit ihrem zusätzlichen öffentlichen Auftrag in den Bereichen wissenschaftsbasierte Politikberatung, Prüfung, Zertifizierung und Zulassung sowie Konflikt- und Krisenmanagement spezifische Besonderheiten auf, die durch diese Kriterien nicht bzw. nicht vollständig berücksichtigt werden können. Mit der letzten Datenerhebung konnten weitere Einrichtungen erfasst werden, so dass nunmehr über 50 Institutionen in der „Landkarte nichtuniversitäre Gesundheitsforschung“ mit Daten vertreten sind.

Im Gegensatz zur universitären Gesundheitsforschung an den medizinischen Fakultäten ist die Abgrenzung zu anderen Forschungsgebieten im nichtuniversitären Bereich schwieriger. Da die Zuordnung von Aktivitäten zum Bereich Gesundheitsforschung wie auch alle erhobenen Daten auf Selbsterklärungen der angeschriebenen Einrichtungen basieren, konnten noch nicht alle Aktivitäten dokumentiert werden. Darüberhinaus wird der Grenzbereich Medizintechnik durch die bewusste Beschränkung auf den Verbund Life Science der Fraunhofer-Gesellschaft nur teilweise erfasst. Eine ganze Reihe von Fraunhofer-Instituten ausserhalb dieses Verbundes forscht in diesem Bereich. Es wird derzeit diskutiert, ob die Medizintechnik bei zukünftigen Auflagen umfassender berücksichtigt werden soll.

Unser besonderer Dank gilt den Mitgliedern der Expertengruppe und den engagierten Mitarbeiter/-innen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Helmholtz-Zentrum München, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Projektträger.

Wir hoffen, mit dieser Online-Landkarte Wissenschaftlern und Wissenschaftsorganisationen, Entscheidungsträgern in der Politik, Studenten und interessierten Bürgern gleichermassen ein Werkzeug in die Hand zu geben, sich rasch einen guten Überblick über die thematischen Schwerpunkte, den Umfang und die Struktur der nichtuniversitären Gesundheitsforschung in Deutschland zu verschaffen. Da eine regelmässige Aktualisierung und Weiterentwicklung der Landkarte beabsichtigt ist, nehmen wir sehr gerne Kommentare und konstruktive Kritik entgegen.